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28-2-2025 – „Kriegsende“ – durch kreative Provokation (aber ohne Selbstaufgabe)

Wie kann man böse Aggressoren dauerhaft stoppen?

3 Szenarien:

1. Dagegenhalten / Kampf
2. Unterwerfung unter den Aggressor
3. Den Aggressor durch kreative Provokation / paradoxe Intervention dauerhaft stoppen

„Die Kunst des Krieges“ (孙子兵法 – „Sunzi über die Kriegskunst“) gilt als frühestes Buch über Strategie und ist bis zum heutigen Tage eines der bedeutendsten Werke zu diesem Thema.

Muss die Alternative von Nichtkämpfen immer die Unterwerfung unter den Aggressor sein?

Kampf (Gewalt) oder Unterwerfung (Opferrolle / Massenflucht)“ – oder gibt es vielleicht noch einen dritten (kreativen) Weg?

Der „Dritte Weg Jesu“ Mt 5,38-41, ist zu verstehen als „kreative Provokation (neudeutsch: paradoxe Intervention)“ in einer scheinbar festgefahrenen Situation.

Statt, Auge für Auge und Zahn für Zahn, geht es darum, (scheinbar) zu verlieren und dennoch, ohne sich zu unterwerfen, zu gewinnen sowie insbesondere seine Freiheit / Souveränität zu behalten.

„Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel“ (Mt 5,38…).

„Putin, nimm meinetwegen (ungerechtfertigt) einen Teil unseres Landes aber die Herrschaft über uns, wirst du nie erlangen. Ab hier ist die Tür für dich zu: – NATO-Gebiet / Europäische Union / harte Schutzzusagen / … -.“

Aber Vorsicht!
Putin hält sich nicht an Sicherheitsgarantien bzw. Zusagen (siehe Budapester Memorandum 1994). Das muss in einer Lösung unbedingt mitbedacht werden!!

Putins Weltsicht (über die Familie). UN-Generalsekretär Guterres: „Es braucht eine Gemeinschaft von Nationen, die als eine globale Familie zusammenarbeiten, um globale Herausforderungen anzugehen“. Putin: „Die Welt lebe schon wie eine Familie. In Familien gibt es leider oft Zerwürfnisse, Skandale und Streit ums Eigentum. Mitunter kommt es dabei zur Prügelei (Krieg)“. BRICS Gipfel 24.10.2024.

Für Putin (Russland) zählt nur: Macht / Physische Gewalt / militärische Stärke / Unterwerfung.

Die paradoxe Intervention (wie sie Jesus oft einsetzte) ist eine antagonistische Antwort auf die gängigen menschlichen Reaktionen auf Ungerechtigkeit / Aggression. Anstatt mit Gegengewalt oder Abwehr zu reagieren, ist die Forderung, sich selbst zurückzunehmen und sogar noch mehr zu geben. Dieses übermäßige Geben hat das Potenzial, den Konflikt zu entschärfen und den Angreifer in eine neue Perspektive zu bringen.

Eiine kraftvolle paradoxe Intervention entzieht so jedem Aggressor die Energie, in dem sie die Aggression isoliert, auf sich selbst lenkt und damit neutralisiert. Das Böse „schlägt“ sich sozusagen selbst und das Gute „grenzt“ sich gleichzeitig konsequent ab.

Will sagen: „Putin, du erwirbst zwar mit kriegerischen Mittel gewaltsam Eigentum, welches dir nicht gehört aber die Herrschaft / Gewalt über uns und unser Denken erwirbst du damit dennoch nicht.

Verschwinde mit deinem Übel dauerhaft aus unserem Leben.“

Und Donald Trump?

 „Hey Trump, wir haben immer gedacht, dass Amerika unser Freund ist und auf unserer Seite steht. Wenn es für dich „nur“ ein Geschäft war, stelle bitte eine glaubhafte und nachvollziehbare Rechnung und wir zahlen dich nach Kriegsende aus. Unsere seltenen Erden behalten wir.

Vielleicht machen wir eines Tages wieder Geschäfte miteinander. Alles Gute.

11.05.2023 (u. a. Welt) D. Trump: „Binnen 24 Stunden beende ich den Krieg in der Ukraine“

Durch seine Wahl hat er den Auftrag der Mehrheit der Amerikaner erhalten, das amerikanische Volk in der Welt umfänglich zu repräsentieren.

Das bedeutet zunächst mal, dass das mehr ist als „ICH“.

Desweiteren. Ich (Trump / Deal) sowie die Vereinigten Staaten von Amerika sind das eine, die Weltgemeinschaft ist das andere. Die Weltgemeinschaft (BIP / Einwohnerzahl, Territorium...) wird immer größer sein als nur die USA, nur Europa, nur Russland, nur China oder nur Indien …

Das heißt: „Ohne die anderen bin ich nichts“.

In vielen Kontexten hängen Relationalität und Reziprozität zusammen, da nahezu alle ökologischen, menschlichen und ökonomischen Beziehungen auf einer Wechselwirkung beruhen. Ich-Führer scheitern in ihren (imperialen) Vorhaben oder (rücksichtslosen) Deals, weil sie diese Wechselwirkung aus Überheblichkeit heraus ganz einfach ignorieren bzw. sie gezwungen werden sich einzugestehen, dass die Welt größer ist als sie selber.

Relationalität

  • Bezeichnet die wechselseitige Bezogenheit von Dingen, Personen oder Begriffen.
  • Etwas existiert oder wird definiert nicht isoliert, sondern in Bezug auf etwas anderes.

Reziprozität

  • Bedeutet Gegenseitigkeit oder Wechselbezüglichkeit.
  • In sozialen Beziehungen beschreibt es das Prinzip des Gebens und Nehmens.

Wenn die USA Europa auf der Weltbühne verprellt, werden auch für die USA unvorteilhafte Allianzen oder anarchische Zustände (incl. kriegerische Ereignisse) in der Weltordnung der Weltgemeinschaft wahrscheinlicher.

Das wäre zivilisatorisch als auch ökonomisch unklug und unvernünftig und von daher kein guter Deal für Amerika – und auch kein guter Deal für den egoistischen  „Dealmaker“ persönlich. 

Eins ist klar: „Die Welt von Freunden, auf die viele in den zurückliegenden drei Jahrzehnten gebaut haben, ist aus vielerlei Ursachen, vor allem infolge der russischen Angriffskriege, für die nächsten Jahrzehnte außer Reichweite geraten. Viel spricht dafür, dass die derzeit im Entstehen befindliche Weltordnung einer der Multipolarität, eine ohne globalen Hegemon und einer mit voraussichtlich fünf großen Playern sein wird: also eine Pentarchie und demzufolge auch eine Ordnung mit den für Gleichgewichtssysteme typischen Verwundbarkeiten.“ Herfried Münkler. 

Die Weltmächte China, Russland, Europa, USA und Indien sind nach Münkler prädestiniert (müssen es aber nicht zwangsläufig werden) für die Zugehörigkeit zum „Direktorium der globalen Ordnung“ der Weltgesellschaft.

Die Stunde von Europa (mit einem riesigen Territorium, einer großen Menschenanzahl und einer gewaltigen Wirtschaftskraft …) ist nun gekommen.

Wenn Europa den Tatsachen nicht ins Auge schauen wird, werden die Probleme und Konflikte machen was sie wollen. Das ist jetzt der Job!

Unter Trump geht der transatlantische Westen seinem Untergang entgegen: Amerika, Russland und China handelten nach imperialistischen Prinzipien, schreibt Politikwissenschaftler Münkler. Doch am Ende könnte Amerika verlieren – und Europa an Macht gewinnen, wenn es sich auf sein Potenzial besinnt.

Europa hat die Wahl, entweder Befehlsempfänger der Herren Putin oder Trump sowie ggf. Xi Jinping oder doch lieber frei und eigenständig.

Putin hat sich in einem Interview des russischen Staatsfernsehens entzückt gezeigt über die politische Gangart von Trump: „Das wird schnell gehen und schon bald. Sie werden alle bei Fuß ihres Herrn stehen und lieb mit dem Schwanz wedeln“.


Putin kämpft um sein Leben und Trump um sein Ansehen.

Sie sitzen gewissermaßen im gleichen Boot.

Beide sind abhängig vom Gelingen und können sich ein Scheitern der Verhandlungen nicht leisten.

Das wiederum könnte der Hebel für die Ukraine und Europa sein, ihre Interessen nachhaltig und nervenstark (denn es werden Erniedrigungen / Drohungen /  Erpressungen / Boshaftigkeiten / Beschimpfungen / Lügen …auf sie einprasseln), im Sinne einer friedlichen und stabilen Nachkriegsordnung in Freiheit, zu platzieren.

Putin hat die Ukraine überfallen und Tod und Leid sowie unendliche materielle Zerstörung sowie Schaden über das Land gebracht. Die Sicherheitsgarantien und Versprechen der Schutzmächte (auch der Amerikaner) haben Putin dabei nicht aufgehalten.

Er ist der vollumfängliche Schadenverursacher und hat die Kosten dafür zu tragen (auch wenn er dazu nicht in der Lage ist). Selbst für diejenigen, die kein Völkerrecht kennen oder kennen wollen, ist das nachvollziehbar. Das ist die bittere Wahrheit, die für alle Beteiligten gilt. Selbst wenn es ihnen nicht passt, nicht zu ihrer Strategie gehört oder es bei Putin nichts zu holen gibt …

Alles andere sind Fake News. Was an Fake News wahr ist, ist die Tatsache, dass es sich um Lügen handelt.

Jeder Verbrecher versucht sich über Lügenerzählungen rein zu waschen.

Wer sich mit Verbrechern einlässt, muss verdammt aufpassen, nicht mit hineingezogen zu werden oder gar zum abhängigen Erfüllungsgehilfen zu werden.

Auch wenn er von Profitgier, Ausbeutungswillen und der Versuchung der boshaften Ausplünderung getrieben ist (schmutzige Deals) und dafür sogar bereit ist, die Opfer zu Tätern zu deklarieren (sie haben es ja verdient, zu dumm / selbst schuld …), verstrickt sich zusehends, verliert sein Gesicht, sein Ansehen und seine Stärke und schadet sich damit in der Folge vollumfänglich selbst.

Was wahr ist, bleibt wahr und kann auch nicht durch Lügen und Erzählungen wahr werden. Das wissen sogar Kleinkinder.

Das höchste Gut der Menschheit ist die Freiheit souveräner Menschen.

Trump hat vor seiner Wahl vollmundig der Welt ein Versprechen abgegeben: „Binnen 24 Stunden beende ich den Krieg in der Ukraine“. Wie er das machen will, hat er nicht gesagt.

Heute – 28.02.2025 – haben wir seine Strategie kennengelernt. Beim Aggressor kann er sich nicht durchsetzten, also haut er auf das Opfer ein bzw. nimmt ihn in den Schwitzkasten, um ihn gefügig zu machen. Wenn es nicht so bitter wäre, ziemlich plump.

Trump: :
„(1)Sie befinden sich gerade nicht in einer sehr guten Lage.
(2) Sie haben sich in eine sehr schlechte Lage gebracht.
(3) Sie halten im Moment nicht die Karten in der Hand.
(4) Gemeinsam mit uns halten Sie die Karten in der Hand.
(5) Sie spielen mit dem Leben von Millionen von Menschen,
(6) Sie spielen mit dem Dritten Weltkrieg
(7) und was Sie tun, ist sehr respektlos gegenüber diesem Land.“
Oval Office 28.02.2025.

1-stimmt, 2-das war Putin, 3-das stimmt (bedingt, je nach Perspektive), 4-das stimmt (zur Zeit) nicht, 5-richtig muss es heißen „sie setzen ihr Leben ein, um sich zu verteidigen“ – spielen tun zur Zeit Trump und Putin, 6-das stimmt nicht, damit spielen zur Zeit Putin (real) und Trump im Kopf, 7-wir wollen sie brechen, um freie Bahn zu haben.

Trump: „ Selenskyj kann wieder kommen, wenn er für Frieden bereit ist“. 28.2.2025

Fazit: Die Trump Strategie läuft darauf hinaus, dass die Ukraine kapitulieren solle. Danach wäre dann Ruhe. Putin-Russland und Trump-Amerika könnten danach machen, was Stärkere eben so machen wollen, (um bei der Trump Terminologie zu bleiben) sie hätten freies Spiel.

Russland hätte die Macht über das Land und Amerika den Zugriff auf die Bodenschätze … Und in der Ukraine würde kein Mensch mehr seinen Mund kritisch aufmachen dürfen. 

„Was, wenn sich Trump und Putin nicht nur über die Ukraine verständigen – sondern auch über die Neutralisierung Europas? Aussicht auf einen machtlosen Kontinent, in dem moskaufreundliche Parteien regieren – und billiges Russen-Gas strömt?“ Alan Posener / Welt 3.3.2025

Selenskyjs Antwort (sinngemäß): ihr habt es noch nicht begriffen, ihr könnt uns unser Hab und Gut nehmen, aber unsere Freiheit und Selbstbestimmung lassen wir uns nicht nehmen.

Diese Antwort gefällt Trump überhaupt nicht, denn sie wird vielen Amerikanern am Bildschirm gefallen haben. (Laut einer CBS News/YouGov-Umfrage unterstützen 52% der Amerikaner die Ukraine, während 44% neutral bleiben und nur 4% Russland unterstützen. Unter Republikanern ist die Neutralität mit 56% höher, wobei 37% die Ukraine unterstützen und 7% Russland).

Gefallen haben wird ihnen insbesondere, dass der Starke auf den Schwachen einprügelt und dabei sogar noch feige die Kettenhunde von der Leine lässt und sich der Schwache dennoch nicht demütig beugt und sogar noch freundlich bleibt. 

Trump hat sich mit seiner inszenierten „unwürdigen Show“ vor der Weltgemeinschaft blamiert und macht natürlich die Ukraine und v. a. Selenskyj dafür verantwortlich. Diese sollen sich jetzt schizophrener Weise bei ihm für diese selbst zugefügte Blamage, die er als Undankbarkeit umdeutet entschuldigen.

Vielen Amerikanern wird der unzivilisierte Auftritt von Trump zu denken geben. Trump, der Anti-System und Anti-Establishment-Mann, versprach im Wahlkampf den radikalen Wandel: Unter ihm als Präsident werde alles anders. Was er damit meinte, erfahren wir jetzt. 

Man kann den Ukrainern und den Europäern nur wünschen, dennoch standhaft, mutig und stark sowie insbesondere nervenstark zu bleiben.

Putin steht am Abgrund, ein Fehltritt kostet ihn sein Leben. Aufhalten können ihn (eigentlich) nur Außenstehende. Bis dahin sollte Schadenbegrenzung betrieben werden. Und zwar nicht durch Kleinmut, sondern durch entschlossene Antizipation.
Trumps Spiel: „Ich zuerst“ (Mittel zum Zweck:  Zerstörung) wird bald umschlagen in: „ohne die anderen bin „Ich“ nichts (Mittel zum Zweck: Kooperation und konstruktiver Wettbewerb). Bis dahin (und das kann dauern) allerdings wird er poltern, um sich  schlagen und zetern, das gilt es auszuhalten und einzugrenzen.

 

Zur Erlangung eines gerechten Friedensvertrages und einer stabileren Weltordnung müssen jetzt „konsequent“ (entschlossen, ohne Angst und Zaudern) die „richtigen“ Dinge (Friedensverhandlungen mit Russland / Emanzipation von Amerika) „gut“  (unblutig RUS / fair USA)  gemacht werden.

Die 10 Gebote sollte man schon kennen,
(auch wenn man sich sonst nicht für Regeln und Gesetze eines zivilisierten Zusammenlebens interessiert). So schwer sind sie nämlich nicht zu verstehen.